Heute abend: Rückblick trans-Tagung und IDAHOBit oder IDAHOT: München lernt so schwer …

19.30 Cafe Glück, der Regen wird sich lichten, zwischendurch, für deinen Weg …

B wie “ich bin unsichtbar, oder was?” stellt die richtigen Fragen:

und zwischen dem ganzen fachlichen Abkürzungs-Kram gab es die Aufmerksamkeit um QUEER:

aber immer gibt es ein paar Lücken, die idahot-muc2015klar machen, dass jemand nicht alle mitdenken kann …

oder warum Lesben und Schwule die Menschen in ihrer direkten Nähe nicht sehen?

Es ist wie zu Zeiten des Schwarz-Weiß-Fernsehens: Ein paar Graustufen … aber keine Buntheit.

Die „Schwulenehe“ (die auch die Lesben wieder ausblendete) war der letzte Hammer, der immer noch wirkt:

Pseudo-Moral der imitierten Zweisamkeit, wie sie für die Anerkennung der Pfarrer im evangelischen Dienst notwendig erschien, lässt alle abweichenden Formen von biografischer oder gleichzeitig gelebter Bisexualität, Polyamor oder ungebunden Lebenden am Rande verschwinden.

IDAHOT: International Day Against Homophobia & Transphobia

IDAHOBiT: International Day Against Homophobia, Bisexuality, Intersexuality, Transphobia

Queer: Anders als die Norm, und bereit, sich damit auseinanderzusetzen

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SEXPOL: Als Aufklärung noch strafbar war: Abtreibung als einziger Ausweg aus Armut in den 1920er Jahren

Königskuss

Nach den Hungerjahren des 1. Weltkrieges 1914-1918 gab es für kurze Zeit eine Revolution und die Ausrufung des Freistaat Bayern (& Sachsen & …) und erstmals Frauenwahlrecht in Deutschland, aber dann ging es schon wieder rückwärts:

In der „Ordnungszelle Bayern“ wurde eine stabile Gesellschaft geschaffen, die den verändernden Werten widerstand: Knechte und Mägde hatten offiziell keine Chance, zu heiraten und eine Familie zu gründen, schafften es aber gelegentlich doch (Knecht heiratet Bäuerin) oder waren zum Opfer der übergriffigen Bauern (schwangere Magd muss Stelle wechseln, wird aber „ausgezahlt“: der Bauer sorgte manchmal  für sein „Bangert“, das nicht-eheliche Kind, was bis in die 1968er Jahre mit Schande belegt war.

Hirschfeld-Institut

SEXPOL nannte sich eine Bewegung bis zur Machtübernahme der Nazis 1933, die Aufklärung in Frauenvereinen und unter Jugendlichen propagierte und Straffreiheit für Abtreibungen forderte:
Wilhelm Reich, Ernest Bornemann,

Erst in den 1980er Jahren war eine öffentliche Diskussion und eine rechtliche Regelung (Straf-Freiheit in den ersten 12 Wochen bei Beratung und ansonsten bei medizinischer Begründung)

Magnus Hirschfeld hatte in Berlin ein Institut für sexualwissenschaft aufgebaut, das die Nazis zerstörten: Ihre Vorstellung der „anständigen“ Kleinfamilie und der „guten“ Vererbung von arischen Menschen steckt bis heute in ganz vielen Köpfen, die meinen, es gäbe deutsche Besonderheiten an Fähigkeiten, Tugenden und Werten.

Bruderkampf_Kai_Schuhmann_als_Dominik_Bertram_Sebastian_Blomberg_als_Jakob_Völz ©Alina Bader

Hirschfeld erforschte auch die „sexuellen Zwischenstufen“ zwischen Frau und Mann auf wissenschaftlicher Grundlage, suchte mit vielen Mitarbeitenden und auch in Beteiligung der Betroffenen und in den Gruppen nach besseren Bezeichnungen: Urninge wurden Homosexuelle, die Erforaschung von Zwittern und Transidentität begann.

Sexualwissenschaft ist in Deutschlands Hochschulen aber nun schon wieder reduziert und in die Medizin integriert, die aber gesellschaftliche und pädagogische Fragestellungen eher ignoriert. Die Selbsthilfe-Bewegungen der Aidshilfen hatten die bessere Aufklärung noch einmal eingefordert.

http://sexualpaedagogik.wikispaces.com