Die offene Rechnung

RIP §175Der Paragraph 175 und seine Folgen

Für Generationen schwuler Männer hatte das Leben mit dem § 175 schwere Folgen. Razzien, Denunziation und ständige Angst gehörten für schwule Männer zum Alltag.

Ein offen schwules Leben war nicht möglich. Denunziation reichte vielfach für den Verlust der bürgerlichen Existenz aus.

Auch müssen schwule Männer, die in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des § 175 verurteilt wurden, weiterhin damit leben, dass sie als Straftäter gelten, denn die Urteile sind nicht aufgehoben, die Opfer bis heute nicht entschädigt.

Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren setzt sich seit ihrer Gründung für die Opfer nach § 175 StGB ein. Auf der Webseite www.offene-rechnung.org findest Du weitere Informationen zum § 175 StGB.

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Vorstellung: WIR HABEN VIEL ERREICHT

So 19. Juni 2016 um 19.30 im sub München

Ariane Rüdiger stellt in ihrem Buch LGBT-Aktivist*innen von der Basis vor

Homosexuelle Prominente gibt es viele. Die Öffentlichkeit kennt und liebt sie, reibt sich an ihnen. Sie dokumentiert in ihrem noch viel zu tun einmal die Menschen, die an der Basis arbeiten, also Aktivistinnen und Aktivisten, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Es geht um die Heldinnen und Helden des Alltags.

Die Autorin und Fachjournalistin stellte für ihr Buch ihren 35 Interviewpartner*innen Fragen nach der Kontinuität des Szenelebens, dem Dialog zwischen Alt und Jung und ihren Visionen für die Zukunft.

Spannend ist das vor allem vor dem Hintergrund eines Generationenwechsels. Die Pioniere der LSBTI-Bewegung treten ab, junge Menschen wachsen nach.

Ihre Ideen werden die Szene in Zukunft prägen. Sie sind aufgewachsen mit den digitalen Medien und sie stehen der Identitätspolitik der 70er und 80er Jahre meist kritisch gegenüber.

Eine Veranstaltung des Forums Homosexualität im Rahmen der Münchner Respekt-Kampagne. Sonntag, 19. Juni, 19.30 Uhr im Sub. Müllerstraße 14 www.subonline.org

Eine Rezension:

community-als-heimat-und-aufgabe

UNERWARTETE EINBLICKE IN QUEERES LEBEN UM 1900

Di 14. Juni 2016 um 19.30 im sub München
VORTRAG: UNERWARTETE EINBLICKE IN QUEERES LEBEN UM 1900

Pfarrer Wolfgang Scheel referiert über Magnus Hirschfelds Forschungen

Der Sexualreformer Magnus Hirschfeld veröffentlichte 1900 eine Umfrage zu schwul-lesbischem Leben in Süddeutschland. Er hatte dafür ausschließlich Pfarrer befragt, denn ihre seelsorgerischen Erkenntnisse gaben tiefere persönliche Erfahrungen und Gefühle wieder, als sie sonst aus dieser repressiven Zeit vorliegen. 

Auch ist interessant, inwieweit sich trotz der lebensfernen, homophoben Regeln der Kirche die Pfarrer von der bunten Lebenswirklichkeit und dem Gebot der Menschlichkeit leiten ließen. Der evangelische Pfarrer Wolfgang Scheel aus Mittenwald referierte schon einmal sehr anregend dazu im Sub. 

Dienstag, 14. Juni, 19.30 Uhr Müllerstraße 14 Eintritt: frei www.subonline.org

 

monosexuelle Spießer & bisexuelle Eskapaden

Lesben & Schwule sind jetzt sehr trans-ident solidarisch. Bisexualität wird am Di 17.5.2016 in München wieder mal vergessen.

17. Mai 2016

IDAHOT – WIR ZEIGEN FLAGGE
Demonstration zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie
Am Dienstag, 17. Mai, ist International Day against Homo- and Transphobia, kurz IDAHOT. Die Safety-Aktionsgruppe S’AG des Sub, die sich um die HIV-Prävention in der Münchner Szene kümmert, ruft wie in den vergangen Jahren zu einer Demo auf!

Wir treffen uns um 19.30 Uhr wieder an der Ecke Thalkirchner-/Müllerstrasse am kleinen Platz beim Taxistand. Nach einer kurzen Kundgebung geht es die Müllerstrasse hinunter zum Reichenbachplatz und von dort auf den Gärtnerplatz, den wir entgegen der Fahrtrichtung hinter uns lassen.

Der Demonstrationszug endet in der Corneliusstrasse. Ab 20.30 Uhr findet vor Ort ein Respekt-Dinner statt, das die Initiative Vielfalt statt Einfalt organisiert.

Ort: Thalkirchner Straße / Ecke Müllerstraße, Zeit: 19.30 Uhr

Bi-Phobie gibt es auch gar nicht, da müsste erst eine medizinische Indikation gefunden werden. Ausklammern ist leichter, es gibt ja keine Lobby …

LGBT

Lesbian, Gay, Bisexual & Transsexual

Die BefreiungsBewegungen hatten verschiedene Ausgangslagen und Hürden zu bewältigen:

Die Schwulenbewegung hatte klare Diskriminierung, Verfolgung, Vernichtung und Verachtung zu verarbeiten: Latent seit alten Zeiten, verschieden in den Kulturen, zugespitzt in den soldatischen Wahngespinsten der Nazi-Zeit und der sofort anschließenden Adenauer-Zeit des Verschweigens und der Lüge, es hätte keine ungerechte Verfolgung gegeben, nun endlich mit einer neuen Initiative zum §175 und seiner nie erfolgten Wiedergutmachung.

Die Lesben- und Frauenbewegungen hatten gemeinsame Ziele und zum Teil gegensätzliche Wege, die Anerkennung der eigenen Person und der Geschlechtlichkeit, aber auch der Rollen im Zusammenleben kreuzten. Entsprechend schwierig wurde für Viele das Coming Out in der Gesellschaft, die noch Gattinnen dachte und Hausfrauen meinte, wo andere klare eigene Lebensziele formulierten.

Bisexuelle sind weder Geschlecht noch Gruppe, denn jede Person hat einen eigenen Vorgang der Selbst-Werdung als Liebende in der einen und in der anderen Art: Manche nach einer Phase in der Hetero-Norm und dann einem Erwachen zur weiteren Möglichkeit, bei Kinsey in den 50ern schon die größte Gruppe über 30, dazu zu befähigen,

von Vielen abgetan als Übergang und Unentschiedenheit, bei manchen auch durch den „endgültigen“ Wechsel zur Liebe eines Geschlechtes … so weit wir im Leben von endgültig reden können.

Der Wechsel von schwulen Abenteuern und Beziehungen zur Heterosexualität (Hallo, Peter!) wird oft nicht so sehr wahrgenommen, aber er kommt genau so vor, wie alle anderen Möglichkeiten, und ist natürlich nicht so spektakulär, wie

Transsexualität, die bei größerem Wechsel auch die ganze medizinische, rechtliche und psychische Begleitung erfordert.

Die Gesellschaft zum angemessenen Umgang anzuleiten, ist wohl eine so große Aufgabe wie die Aufklärung an sich, die bei rückläufigen Kommunikationsformen schwieriger wird: Kulturen und Sexualitäten werden noch nicht so offen kommuniziert, über die Freuden der Liebe zu sprechen ist wie Masturbation verschwiegen, Pornografie und Kinderschutz beherrschen die Märkte der Medien.

Wer nun auch noch die offenen Beziehungen gegen die Ehe für alle und gar so was wie polygame Beziehungen denken will und sich nicht einer der homo-monogamen Gruppen anschliesst, wird eben vergessen.

Soll sich doch selber erst mal definieren ….