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Erpressung oder Liebe?

Die Diskriminierung in den eigenen Reihen machte Bisexualität immer besonders riskant: Wer nach außen ein heterosexuelles Leben führt, vielleicht mit Beruf, Haus, Kindern, riskiert bei einer homosexuellen Affaire seine Existenz.

Früher konnte das zur gesellschaftlichen Ächtung, ins Zuchthaus oder zum Konzentrationslager führen, oder zu einem lukrativen Einkommen für die Erpressenden.

Was Jahrhunderte lang als Bedrohung über der Liebe zum gleichen Geschlecht lag, wirkt bis heute weiter: Als Angst, als eigene Abwertung, als Gefühl der Abweichung oder Fehlerhaftigkeit, die von außen immer wiederholt wird.

Das Ausweichen in die Hetero-Sexualität liegt nahe, wenn es leicht möglich ist: Eine bisexuelle Neigung haben schon 60% in den alten Studien von Kinsey in den 1950er Jahren bei sich festgestellt, er befragte auch in Knästen und die Studierenden der Hochschulen …

und den 5-10% der Lesben und Schwulen stehen am anderen Ende der Skala 10-20% der reinen Heteros und der Rest der Asexuellen und Beziehungslosen gegenüber. Wie also mit den bisexuell Erfahrenen umgehen?

Auch, wenn viele von ihnen nicht aus ihrer Hetero-Norm heraus gekommen sind: Sie sind deswegen nicht so Bisexuellen-feindlich wie manche traumatisierten Homosexuellen.

Nicht jede Liebe bleibt, und manche Erinnerung wird zum flüchtigen Traum …

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Lesben und Schwule brauchen ihre Romantik

und kopieren nun die verheiratete Zweierbeziehung, „wie es sich gehört“, um zur gesellschaftlichen Anerkennung zu kommen. Bisexuelle, die auch noch andere Beziehungen haben könnten, stören dabei und werden ausgeblendet. Achtet doch einfach mal auf den Gebrauch der Floskeln zu LGBTi* und die Realität dahinter.

Familien-Lösungen?

Wer schon in einer familiären Beziehung lebt und von einer unbekannten Sorte Liebe angefallen wird: Natürlich musste er / sie da immer widerstehen … weil das schon immer so war. Wie reaktionär und spießig sind nun Lesben und Schwule in der heutigen Realität?

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Nicht alle: Viele leben ganz einfallsreiche Lösungen, tönen aber vielleicht seltsam nach außen, und dann gibt es die gesellschaftliche „Ordnung“ des Seitensprung und der Sauna, des One-Night-Stands …

aber auch Familien, in denen die neuen Partner mit leben können.

offene Beziehungen

Auch, wenn inzwischen alle bewusst lebenden Paare gemerkt haben, dass sie ihre Beziehung je nach Erwartungen in der Treue genauer definieren müssen, weil die Erfahrungen zu verschiedenartig zu deuten sind: Was gilt ein Flirt, was ist eine Verliebtheit, was ist Sex und ab wann fange ich an zu gestehen, zu verletzen, zu verlassen …

und wenn den gemeinsame Sex nicht mehr für beide gleich befriedigend ist: Mit einzelnen Ausflügen oder gemeinsamen Dritten oder mit anderen Paaren …

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poly-amor?

Eifersucht ist erst einmal die Angst vor der eigenen Verlassenheit, aber dann: Wozu bin ich fähig, was können wir gemeinsam?

Die Offenheit ist die Qualität, die sich die Spießer in den alten Seitensprüngen nicht vorstellen können,

bisexuell – nur angelegt?

Vor gut 100 Jahren wurde mit dem Beginn der Psychoanalyse klar, dass das Begehren und die Liebe, die Tradition und die Fähigkeiten und Möglichkeiten einen bunten Strauß bilden:

Dass wir alle bisexuell angelegt sind, meinte: Es ist deine Möglichkeit, aber vielleicht begrenzt von deiner Angst, von den Konventionen oder Rücksichten. Du kannst auch bei deiner Mutter bleiben … wenn dich dein Vater nicht raus wirft.

Bisexualitäten leben

Queeres Leben, alle die Möglichkeiten neben den eingeprägten Hetero-Normen, einschließlich diesen selbst, ist eine offene Vorstellung einer freien Gesellschaft.

Wie kann die Vorstellung breiter werden als die primitiven Bilder des „noch nicht entschieden“ oder des „ewig untreu“ oder der Hauptschüler-Porno-Phantasie „Zwei Lesben für mich“, wie geht das Reden und Schreiben über Bisexualitäten? Manche versuchen es im Umkreis von www.bine.net, bis hin zu einem unregelmäßig erscheinenden Magazin. Im englisch-sprachigen Raum gibt es dagegen mengenweise Bücher und Webseiten.

So lange wir nur lesbische und schwule PolitikerInnen und SprecherInnen in den Vereinen haben, wird das wohl keine Qualität haben, auch wenn sich Einzelne an Gender- und Trans-Korrektheiten ab-arbeiten, die Patchwork- und Regenbogen-Familien und ihre Problematiken von Adoption bis Unterhalt angemessen zu beraten versuchen.

Mut zum eigenen Leben: Queer

Vielleicht wird es in den Weite des Landes leichter zu gestalten, was im Trubel der großen Städte so scher durch zu setzen ist: Es wird nicht für jede Sorte der Queeren einen eigenen Verein, ein eigenes Zentrum geben können, aber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Buch "Es gibt noch viel zu tun" http://querverlag.de/books/Es_gibt_noch_viel_zu_tun.html
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Veröffentlicht von

fritzLetsch

Gestaltpädagoge und -therapeut, Coach, Organisationsentwicklung für gemeinnützige Betriebe und Projekte, Theaterpädagogik und Legislatives Theater, Supervision, Radio und Kampagnen

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