IDaHoBIT* 17.5.2022 abends

Es waren mutige Leute, die eine Aufhebung der Diskriminierung forderten und durchsetzten, bis endlich die medizinische Fehleinschätzung der Bisexualitäten aufgehoben wurde: IDAHOBIT*  (wikipedia) ist eine der typischen amerikanischen Abkürzungen, die alle Gruppen einbinden möchte, denn zuerst begann das gedenken noch mit IDAHO …

In München hatten wir in den früheren Jahren eine kleine Start-Kundgebung am Beginn der Müllerstraße und einen Zug zum Gärtnerplatz mit Beiträgen aus den verschiedenen Gruppen, und ein offenes Ende am sub, nun wohl auch am lez

Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Transsexualität wurde erst 2018 mit dem Erscheinen der ICD-11 von der WHO als „Krankheit“ gestrichen.

IDaHoBIT* war ein bisher eher interner Versuch, die internationale (medizinische) Befreiung zu feiern: Nach der Rede eines Arztes vor der Weltgesundheitsorganisation wurde am 17. Mai 1990 das Krankheitsbild Homosexualität aus der Liste gestrichen … https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_gegen_Homo-,_Bi-,_Inter-_und_Transphobie

  • International
  • Day
  • against
  • Homophobie
  • Biphobie
  • Transphobie
  • inter etc

Vor 30 Jahren, 1992,

entstand in München plötzlich eine bunte Sammlung von kleinen bisexuellen Gruppen, ein Literaturkreis, eine Selbsterfahrungsgruppe, eine Massage-Tantragruppe, und ein gemeinsamer Stammtisch, die gemeinsam eine Reisen nach Berlin organisierten, auch zu Charlotte von Mahlsdorf. (wikipedia) 

Den monatlichen Stammtisch

gibt es bis heute, am 3. Dienstag im Cafe Glück, mit vielen glücklichen Bisexuellen Frauen und Männern, und allen, die dazwischen ihre fluiden und auch polyamoren Interessen austauschen können …

und dort treffen wir uns nach der Demo zum Feiern: Di 17.5. nach 19.30

borderline und was an Grenz-Wahrnehmung noch fehlt: bi fluid am do 14.4.22 ab 21h auf www.lora924.de

Wie entsteht die Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS)? Welche Symptome gibt es und sieht sie bei Männern* aus? Viele Menschen haben ungenaue Vorstellungen davon, was eine BPS ist, wie sie sich äußern kann und wie der Umgang damit aussieht. Der Psychotherapeut Ehmer-von Geiso berichtet über Entstehungs-bedingungen, Diagnose, Therapie und Umgang mit Borderline. Unten anzuklicken:

Ein hervorragender Vortrag mit Publikums-Gespräch zwischendurch – auch als Aufzeichnung der Männerakademie im sub, unten und hier meine Nachgedanken:

Ergänzung einer literarische Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen und in Selbsthilfe-Gruppen und die wunderbare Erinnerung an eine Frau in den frühen Jahren der nun allmählich 30-jährigen Bisexuellen Bewegung in München:

Sie hatte unser bisher einziges CSD- Transparent „entschieden bi“ im Keller, ertrug die Leere zwischen den tollen Treffen in Literatur,  Selbsterfahrung und Stammtisch nicht gut: 

Das hatte ich erst heute tiefer gehend begriffen:

Eine bedrohliche Leere als Panik im Borderline, vielleicht des „ich bin / spüre nichts? – und die große Angst vor dem Allein sein, Grübeln, einer Ruhelosigkeit.

Sie ging in die Psychiatrie und erzählte dann Freude strahlend: Ich hab alle Möbel des Aufenthaltsraum zerlegt, und es hat so viel Spaß gemacht!

Sie fehlt mir sehr mit all den gut über 1000 Menschen, die über die Monate und Jahre zeitweise zu uns gestoßen sind: Vom reizenden Masseur bis zur amüsierenden Bankkauffrau und der irritierten Gattin des Gärtners, den sie mit dem Mitarbeitenden im Gewächshaus …

fluid war auch der Abend mit dem Friseur-Darsteller aus der Lindenstraße, der uns als Stammtisch für eine „Standard“-Selbsthilfe-Gruppe hielt, wie er sie vielleicht schon von den Anonymen Alkoholikern AAA kannte: Mit einem Beginn wie „Ich heiße Jürgen und trinke, weil …“

Es wurde ein bunt konfuser Abend im Cafe Glück, wo wir uns seit vielen Jahren heute noch jeden dritten Dienstag im Monat treffen: Der so gut aussehende Arzt, lange schon wieder verheiratet und mit Kind, hatte sich in ihn verschossen, und sie hatten sich so besoffen …

Alles war zeitweise dort zu besprechen möglich, auch solider Austausch mit der Trans-Bewegung von biografischen Runden der Älteren bis zum Kleidertausch der jungen Generation, Arbeitslosigkeit, Depression und Alkohol, vegan bis alkoholfrei, spirituell und sexual-pädagogisch, beziehungs- orientiert allemal: Was ist normal, wie bin ich?

Fluid ist mir das einzig eindeutige, denn ob bi, in Beziehung, trans oder allein mit Karnickeln: lesbische und schwule Szenen haben oft Angst vor uns als Person in der alten Identitäts-Politik, die uns „Frauen als bessere Menschen“ und „Schwule als international Verfolgte“ vermittelte: Aber nichts in den biografischen Übergängen:

Es liegt nicht an Geschlecht und Orientierung, es liegt in der Person, geliebt zu werden, und alle körperlichen Abweichungen und Behinderungen haben Platz, und wir helfen gern über die Stufen, auch wenn es ein Elektro-Rolli ist, …  

Anfang der 30-Jahre-Feier in Radio uferlos, der queere Donnerstag auf www.lora924.de um 21h – auch als Frauenwelle oder Slut-talk dazwischen, Aids-Informationen in der Stunde vorher.

Der Vortrag: