Ein Mann der Extreme: Leonard Bernstein

„… der mit seiner ausgelebten Bisexualität seine Familie auf eine extreme Bewährungsprobe stellte.

Ausgeprägtes Sendungsbewusstsein, pädagogisches Feingespür unermüdliche Experimentierfreude, der unbedingte Wunsch nach Anerkennung, nach größtmöglicher persönlicher Freiheit, ein ausgeprägter Geschäftssinn, aber auch der Wille etwas für die Ewigkeit zu schaffen, das sind nur einige der Eigenschaften, die Bernstein zum Erfolg geführt haben, so Müller.“
29.05.2018 von Dorothea Hußlein in:

https://www.br-klassik.de/aktuell/br-klassik-empfiehlt/buecher/buch-tipp-sven-oliver-mueller-bernstein-der-charismatiker-100.html

Leonard Bernstein bei Reclam

Vielleicht eine aktuell typische Herangehens-Weise, nun nach den Beschreibungen von Talent und Charakter auch Depressionen und eine Bemerkung zu einem „bunten“ Familienleben  einfließen zu lassen.

Früher hatten Künstler-Persönlichkeiten grundsätzlich solche Krisen und Lebensformen, heute braucht der Konzert- und Kunstbetrieb bis hin zum politisch korrekten Verhalten allerdings zuverlässige Persönlichkeiten.

Das Geschäft hat längst den Kunstgeschmack mit samt den KritikerInnen übernommen, und die Blase der teuren Konzerte gibt Sicherheiten für die bezahlenden Gäste, Kunstgenuss, oft staatlich und städtisch als Orestige subventioniert.

 

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Queerkafe: Nonbina..- What?

Donnerstag – 24.05.2018 ab 20h im
Queerkafe im kafe marat, Thalkirchnerstr. 102, 80337 München

Input und Fragerunde zum Thema Non-Binary!

,,Nicht binäre Personen gab es schon immer, aber erst seit den letzten Jahren werden wir in der LGBTIQA*-Szene gesehen und anerkannt. Trotzdem fehlt es vielen Personen einfach an Wissen über und Kontakt mit Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtssystem passen.“

In einem kurzen Input sollen die wichtigsten Begrifflichkeiten erklärt werden und es soll darüber gesprochen werden, wie man respektvoll mit Menschen umgeht, die sich nicht im geschlechts-binären System verorten.

In der anschließenden Fragerunde könnt ihr der Vortragenden* jede (respektvolle) Frage stellen, die ihr euch sonst vielleicht nicht zu fragen trauen würdet und miteinander ins Gespräch kommen.

Offen ist ab 20 Uhr! Natürlich gibt es wie immer leckeres, veganes Essen und kaltes Gesöff.
Ort ist as always das Kafe Marat, Thalkirchnerstr. 102.

We are here, we are queer and we ain’t going anywhere!

Link zur Veranstaltung: http://queerkafe.blogsport.de
Sprache des Events: deutsch + evtl. englisch, Eintritt: frei
Zielgruppe: queers and friends

flagge der nicht-binären: schwarz-violett-weiß-gelb

flagge der nicht-binären: schwarz-violett-weiß-gelb

QFFM zeigt am 20.Mai „shortbus“ von John Cameron Mitchell + Theatron zu Pfingsten

+++ Pfingstsonntags-Tipp +++

Am 20. Mai zeigt das QFFM :: Queer Film Festival München einen seiner All-Time-Favorites << SHORTBUS >> von Regisseur John Cameron Mitchell.

Mit dabei als Special Guest Scott Matthew, der nach dem Film
e x k l u s i v für Euch ein kleines Akustik-Set spielt.
Infos: www.qffm.de/programm

am 20. Mai ist ja auch das Theatron-Pfingstfestival. Um 20 Uhr spielt dort bei freiem Eintritt der neue queere Shooting Star Sam Vance-Law aus Kanada. Wer Scott Matthew mehr als nur kurz sehen will, kann das ebenfalls am Montag beim Theatron tun.
http://www.theatron.de/
… Shortbus ist ein großartiger Film, aber angesichts der Terminüberschneidungen empfehle ich ihn an diesem Abend vor allem den Menschen, die eh nicht auf Konzerte oder Festivals gehen. Die anderen müssen sich zwischen zwei guten Ausgehoptionen entscheiden und diese zweite Option muss ich hier fairerweise auch nennen.

FREE ENTRANCE – FREIER EINTRITT – ENTREE GRATUITE – ENTRADA LIBRE –
دخول مجاني – ورود رایگان

Samstag, 19.5. 16-22 Uhr

– Hearts Hearts (Wien, A)
– Paul (München)
– Tiger Tiger (München)
– Jungstötter (Berlin)
– Boiband (Berlin)
– Leyya (Wien, A)

Sonntag, 20.5. 16-22 Uhr

– Cari Cari (Wien, A)
– Decibelles (Lyon, F)
– Hannah & Falco (Würzburg)
– Afterpartees (Horst, NL)
– Sam Vance-Law (Montreal, CAN)
– 47Soul (Palästina & London, UK)

Sonntag, 21.5. 16-22 Uhr

– John Garner (Augsburg)
– Maria Rui (München)
– Bakers Eddy (Melbourne, AUS)
– Common Holly (Montreal, CAN)
– Santi & Tuğçe (Berlin)
– Scott Matthew (New York, USA)

Erpressung oder Liebe?

Die Diskriminierung in den eigenen Reihen machte Bisexualität immer besonders riskant: Wer nach außen ein heterosexuelles Leben führt, vielleicht mit Beruf, Haus, Kindern, riskiert bei einer homosexuellen Affaire seine Existenz.

Früher konnte das zur gesellschaftlichen Ächtung, ins Zuchthaus oder zum Konzentrationslager führen, oder zu einem lukrativen Einkommen für die Erpressenden.

Was Jahrhunderte lang als Bedrohung über der Liebe zum gleichen Geschlecht lag, wirkt bis heute weiter: Als Angst, als eigene Abwertung, als Gefühl der Abweichung oder Fehlerhaftigkeit, die von außen immer wiederholt wird.

Das Ausweichen in die Hetero-Sexualität liegt nahe, wenn es leicht möglich ist: Eine bisexuelle Neigung haben schon 60% in den alten Studien von Kinsey in den 1950er Jahren bei sich festgestellt, er befragte auch in Knästen und die Studierenden der Hochschulen …

und den 5-10% der Lesben und Schwulen stehen am anderen Ende der Skala 10-20% der reinen Heteros und der Rest der Asexuellen und Beziehungslosen gegenüber. Wie also mit den bisexuell Erfahrenen umgehen?

Auch, wenn viele von ihnen nicht aus ihrer Hetero-Norm heraus gekommen sind: Sie sind deswegen nicht so Bisexuellen-feindlich wie manche traumatisierten Homosexuellen.

Nicht jede Liebe bleibt, und manche Erinnerung wird zum flüchtigen Traum …

http://bisexual-community.tumblr.com/
http://bisexual-community.tumblr.com/

Lesben und Schwule brauchen ihre Romantik

und kopieren nun die verheiratete Zweierbeziehung, „wie es sich gehört“, um zur gesellschaftlichen Anerkennung zu kommen. Bisexuelle, die auch noch andere Beziehungen haben könnten, stören dabei und werden ausgeblendet. Achtet doch einfach mal auf den Gebrauch der Floskeln zu LGBTi* und die Realität dahinter.

Familien-Lösungen?

Wer schon in einer familiären Beziehung lebt und von einer unbekannten Sorte Liebe angefallen wird: Natürlich musste er / sie da immer widerstehen … weil das schon immer so war. Wie reaktionär und spießig sind nun Lesben und Schwule in der heutigen Realität?

http://bisexual-community.tumblr.com/
http://bisexual-community.tumblr.com/

Nicht alle: Viele leben ganz einfallsreiche Lösungen, tönen aber vielleicht seltsam nach außen, und dann gibt es die gesellschaftliche „Ordnung“ des Seitensprung und der Sauna, des One-Night-Stands …

aber auch Familien, in denen die neuen Partner mit leben können.

offene Beziehungen

Auch, wenn inzwischen alle bewusst lebenden Paare gemerkt haben, dass sie ihre Beziehung je nach Erwartungen in der Treue genauer definieren müssen, weil die Erfahrungen zu verschiedenartig zu deuten sind: Was gilt ein Flirt, was ist eine Verliebtheit, was ist Sex und ab wann fange ich an zu gestehen, zu verletzen, zu verlassen …

und wenn den gemeinsame Sex nicht mehr für beide gleich befriedigend ist: Mit einzelnen Ausflügen oder gemeinsamen Dritten oder mit anderen Paaren …

http://bisexual-community.tumblr.com/
http://bisexual-community.tumblr.com/

poly-amor?

Eifersucht ist erst einmal die Angst vor der eigenen Verlassenheit, aber dann: Wozu bin ich fähig, was können wir gemeinsam?

Die Offenheit ist die Qualität, die sich die Spießer in den alten Seitensprüngen nicht vorstellen können,

bisexuell – nur angelegt?

Vor gut 100 Jahren wurde mit dem Beginn der Psychoanalyse klar, dass das Begehren und die Liebe, die Tradition und die Fähigkeiten und Möglichkeiten einen bunten Strauß bilden:

Dass wir alle bisexuell angelegt sind, meinte: Es ist deine Möglichkeit, aber vielleicht begrenzt von deiner Angst, von den Konventionen oder Rücksichten. Du kannst auch bei deiner Mutter bleiben … wenn dich dein Vater nicht raus wirft.

Bisexualitäten leben

Queeres Leben, alle die Möglichkeiten neben den eingeprägten Hetero-Normen, einschließlich diesen selbst, ist eine offene Vorstellung einer freien Gesellschaft.

Wie kann die Vorstellung breiter werden als die primitiven Bilder des „noch nicht entschieden“ oder des „ewig untreu“ oder der Hauptschüler-Porno-Phantasie „Zwei Lesben für mich“, wie geht das Reden und Schreiben über Bisexualitäten? Manche versuchen es im Umkreis von www.bine.net, bis hin zu einem unregelmäßig erscheinenden Magazin. Im englisch-sprachigen Raum gibt es dagegen mengenweise Bücher und Webseiten.

So lange wir nur lesbische und schwule PolitikerInnen und SprecherInnen in den Vereinen haben, wird das wohl keine Qualität haben, auch wenn sich Einzelne an Gender- und Trans-Korrektheiten ab-arbeiten, die Patchwork- und Regenbogen-Familien und ihre Problematiken von Adoption bis Unterhalt angemessen zu beraten versuchen.

Mut zum eigenen Leben: Queer

Vielleicht wird es in den Weite des Landes leichter zu gestalten, was im Trubel der großen Städte so scher durch zu setzen ist: Es wird nicht für jede Sorte der Queeren einen eigenen Verein, ein eigenes Zentrum geben können, aber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Buch "Es gibt noch viel zu tun" http://querverlag.de/books/Es_gibt_noch_viel_zu_tun.html
http://querverlag.de/books/Es_gibt_noch_viel_zu_tun.html

 

 

Kanadischer Premier entschuldigt sich

Ottawa –

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich bei den Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) des Landes für Jahrzehnte der Diskriminierung durch den Staat entschuldigt. „Ihr seid Fachkräfte. Ihr seid Patrioten. Und vor allem seid ihr unschuldig. Für all Euer Leid verdient ihr Gerechtigkeit und Frieden“, sagte Trudeau am Dienstag (Ortszeit) im kanadischen Unterhaus und zeigte sich sichtlich bewegt.

Mit seiner Entschuldigung wandte sich Trudeau an die kanadischen Beamten, Soldaten und Mitarbeiter der Bundespolizei, die zwischen den 1950er und 1990er Jahren wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert, kriminalisiert und teilweise aus dem Staatsdienst entlassen worden waren.

Zur Entschädigung zahlt Kanada den Betroffenen nun insgesamt 145 Millionen kanadische Dollar (96 Millionen Euro). (dpa)

– Quelle: https://www.ksta.de/28971846 ©2017

Gord Downie: Sänger von The Tragically Hip stirbt mit 53 … https://web.de/magazine/unterhaltung/musik/gord-downie-saenger-the…

Tod einer kanadischen Legende: Gord Downie, der Sänger der in Kanada extrem beliebten Band The Tragically Hip, ist im Alter von 53 Jahren gestorben.

http://www.gorddownie.com/secretpath/

aus thecanadianencyclopedia.ca/en/article/two-spirit/

At the third annual Intertribal Native American,

First Nations, Gay and Lesbian American Conference, held in Winnipeg, Manitoba in 1990, activist Albert McLeod proposed the term two-spirit to refer to the Aboriginal LGBTQ community. The term was well received by the conference attendees and soon gained popularity within Aboriginal communities. The term is used today to broadly reference the Aboriginal LGBTQ community. Some two-spirit societies also use the terms LGBTQ2S or LGBTTIQQ2S (Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual, Transgendered, Intersexual, Queer, Questioning, 2-Spirited) to incorporate two-spirits within the larger LGBTQ community.

LGBTQQ2S Awareness

Flag representing 2 Spirits people of the 1st Nations. Image: © Art Zoccole, 2-Spirited People of the 1st Nations, http://www.2spirits.com

Art Zoccole, 2-Spirited People of the 1st Nations

From the 1990s to the present, awareness about two-spirits has increased both within and outside Aboriginal communities. Organizations such as the National Confederacy of Two-Spirit Organizations (NC2SO) and the Northeast Two-Spirit Society (now known as the East Coast Two Spirit Society, EC2SS) seek to educate the general public about two-spirit traditions. They also serve as sources of support for Aboriginal LGTBQ individuals. In January 2013, NC2SO and EC2SS created a resource directory of two-spirit groups in Canada and the United States.

Despite growing awareness, some two-spirits continue to face sexual and gender discrimination and violence in communities that are not accepting of their lifestyle. In 2001, Fred Martinez, a 16-year-old Navajo transgendered person, was beaten to death near Cortez, Colorado. The film Two Spirits (2011) documents this tragic story while also exploring the history of LGBTQ identity in many Aboriginal cultures. The Martinez murder, as well as other well-known cases, such as the murder of HIV/AIDS activist and self-identifying two-spirit Dolan Badger on 12 January 2013 in Edmonton, Alberta, have served to ignite conversations about LGBTQ rights in Canada and the United States (see LGBT Rights in Canada).

thecanadianencyclopedia.ca/en/article/two-spirit/

Feinen Bi-visibility-Tag allerseits!

Falls es in deiner Umgebung jemand gibt, grüße doch freundlich, denn der 23. September ist, aus den angelsächsisch-großbritannischen Ländern stammend, der Tag der Bisexuellen, und derer, die es noch werden könnten.

bi-muc

Die Menge ist weit größer als die rechnerisch angenommenen 5% bei Lesben und Schwulen, die sich in den großen Städten und Betrieben allerdings auf 10% zusammen ballen können,

Die Unsichtbaren - BisexualitätLeute wie Kinsey kamen bei Befragungen auf 60% der Erfahrungen, was natürlich nicht zu einer dauerhaften Einstellung führen muss:

Manche Erfahrungen sind so einmalig, wie die geliebte Person, manche ab auch so enttäuschend wie der erlebte Verlauf: Ungeschick und Unsicherheit beenden so manches Abenteuer frühzeitig …

Polyamory.svgLandet heute mehr in www.bine.net ?

Wenn du an die Person denkst, die die bisexuelle Seite in dir weckte: Welches Gefühl taucht auf?

Und auch, wenn du dich heute polyamor denkst: Als monosexuell oder auch offen, queer?

Kommentare bleiben anonym, die Mail-Adresse bleibt verdeckt … Danke!


Und wie Bisexualität entsteht?

Münchner Szenen entwickeln sich …

Kurzer Überblick über die Münchner Szenen seit 150 Jahren (K.H.Ulrichs) und ihre aktuelle Entwicklung und Diversifizierung, bis zu Bi, Jugendlichen, qties, trans und inter, und die Frage, in Bayern offen damit um zu gehen: Städtisch, ländlich, beruflich, in Hierarchien …

Zur Wies’n herrscht das Hetero-Klischee

Buch "Es gibt noch viel zu tun"
http://querverlag.de/books/Es_gibt_noch_viel_zu_tun.html

Dirndl und Lederhosen hatten wir immer für seniorig und kitschig gehalten, und die „kultige“ Wiedergabe bis in die geschmacklosesten AfD-Plakate in Sachsen-Anhalt konkurriert mit den Schatzi- und Aldi-Dirndln und Lederhosen um die schrägsten Kombinationen.

Es ist ein Integrationsfaktor für die jungen Münchner mit anderen Eltern- und Länderwurzeln, und ganz Gruppen schnell-verkleideter Geschäftsleute glauben den Verkäufer-Zauber, „man“ brauche das zum Vergnügen: Szenen mit Wegwerf-Ware.

Dabei sind die wildesten Verehrer der Aufzüge eine wilde Mischung:

Vom schwulen Leder-Club bis zum Trachten-fördernden Ministerpräsidenten über all die Wies’n-Bedienungen, die zum Teil sogar ganzjährig davon leben, von den ländlich-bayrischen Säufer-Gruppen bis zu den norddeutschen Krawall-Burschen, und alle lassen eine Menge Geld auf der Strecke … für oft eher peinliche Szenen.

Nun schließt sich auch noch eine les-bi-schwul-queere Karriere-Messe an, die schon vor Jahren zu ruhigeren Zeiten in München startete, aber die letzten Jahre mehr in Berlin und zukünftig im Internet zu Hause ist: Neue Business- Szenen.

Von Harvey Milk zu Sticks&Stones

9783924163358-de-300„Milk“nannte sie sich früher: Der erste offen schwule Bürgerrechtler in San Francisco, war Stadtrat und zusammen mit dem Bürgermeister am 27.11.1978 von einem Rechten erschossen worden. Die Karriere-Messe, die sich seit vielen Jahren auch öffentlich für die gleichen Rechte aller Mitarbeitenden einsetzt, wird von allen größeren und internationalen Firmen gefördert und hat sich weiter entwickelt:

Bewerbungs-Betreuungen und Firmen-Vorstellungen, Vorträge von Coaches, Hochschul-Mitarbeitenden und Führungskräften, aber auch szenen-gemäßes Feiern: Die jungen Initiatoren stehen dafür.

München: Offen schwul?

Der CSD, als Christopher Street Day in Erinnerung an die Aufstände der militanten Tunten gegen die Polizei-Übergriffe in der New Yorker Christopher Street inzwischen in ganz vielen Städten und seit ca1980 auch in München gefeiert, ist dieses Jahr wieder etwas übersichtlicher geworden, die Angst, auch vor schwulen-feindlichen Übergriffen nimmt wieder zu. Die Szenen werden intern aber bunter.

In manchen Bereichen hatte die Angst kaum abgenommen:

In der katholischen Kirche und in den bayrischen Behörden, in Schulen, in konservativen Familien, Kreisen und reaktionären Burschenschaften, es ist immer eine mutige Herausforderung, die nicht leicht alleine zu schaffen ist.

Heimliche Szenen gab es dafür immer: Stadtpfarrer im Schwulen-Verein, Auftritte bei Kirchentagen …

Vor 150 Jahren Karl Heinrich Ulrichs

beim Juristentag in München, das damals grade keine rechtliche Schwulen-Verfolgung kannte, bis dann preußisches Recht durch die Reichs-Einigung aufgedrückt wurde …

vor 110 Jahren das Wissenschaftlich-Humanitäre Commitee

mit Magnus Hirschfeld in Berlin, hatte auch eine Münchner Gruppe von Abonnenten  und Diskutierende der Fachzeitschrift „Jahrbücher für sexuelle Zwischenstufen“, doch wurde  Magnus Hirschfeld schon 1920 in München durch „völkische Rowdys“ schwer verletzt; Zeitungen meldeten sogar schon seinen Tod, und er konnte seine eigenen Nachrufe lesen.

Karl heinrich Ulrichs OdeonErnst Röhm konnte bis 30. Juni 1934 mit seinen schwulen schlägernden SA-Freunden am Tegernsee feiern, doch mit der „Nacht der langen Messer“ ließ ihn Hitler mit etwa 100 anderen früheren „Freunden“ umbringen. Im Herbst begann dann die systematische Verfolgung durch die Polizei, die bis in die späten 1960er Jahre weiter ging:

Konzentrationslager, Rosa Winkel, Rosa Listen und Erpressungen sind bekannt.

Der Postfaschismus diskriminierte weiter

In der BRD und in der DDR ging das Unrecht in der seltsamen Verwirklichung der Nazi-Träume in spießiger Form weiter, wurde unter „Sittlichkeit“ schwammig begründet, wie früher unter „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, und die Nazi-Theorien der Ansteckung und Verführung wurden auch in den Kirchen weiter erzählt.

Heimliche Szenen konnte es nur in Nachbarschaften, Sportvereinen etc. geben.

Anfang 1970 studentische Gruppen und Rosa von Praunheim

forum homosexualität und geschichte „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Verhältnisse, in denen er lebt.“ Ein unmöglicher Filmtitel mit enormer Wirkung, andere Filme waren meist noch zensiert, wie „Die Konsequenz“, und in Garagen als Teestuben, in einem Haidhauser Schuh-Keller trafen sich die verschüchterten bürgerlichen Fummel-Trinen, erste Lederkerle, studentische Beratende und Freizeit-Gruppen, party-feiernd und wild diskutierend, ob man sich selbst „schwul“ nennen oder lieber homophil, ob man so provozierende Blättchen drucken soll und Infostände macht.

Feminismus und lesbische Frauenrechte?

Auf der weiblichen Seite entwickelte sich gleichzeitig die Emanzipation von ehelicher Bevormundung bis zum Kampf gegen die Abtreibungs-Bestrafung, und ein paar lesbische und schwule Lokale entstanden in den leeren Kneipen der Müllerstraße, die vor der Olympiade noch der historische Strich gewesen war, jetzt galt der Sperrbezirk bis zum Mittleren Ring.

„Mord im Homo-Milieu“

war die erste abgedruckte Form dieses Wortes als Schlagzeile, ein Stricher hatte den von Hausfrauen geliebten Radio-Macher und Volksschauspieler Sedlmayer erschlagen, Jahre später einer den Mosi erdrosselt, ansonsten war es das HOMO-Milieu bis zu HOMO-Ehe, aber das Wort „schwul“ kam erst nach den Aids-Nachrichten öffentlich vor.

Da hatte Bayerns CSU auch sofort neue Schlagzeilen zu liefern: Gauweiler wollte alle Saunen schließen, alle Beamten testen und alle Betroffenen tätowieren … und auf eine Insel?

Das große Sterben – durch Antibiotika?

Der solidarische Umgang mit Aids forderte die schwulen Gruppen und qualifizierte die Beratung, nicht so sehr die les-bi-schwule Zusammenarbeit, die politische Durchsetzung zuerst bei den Grünen, dann als Rosa Liste.

Die Medien ziehen allmählich mit

Durch die wissenschaftliche Unterstützung der gesundheitlichen Aufklärung zogen allmählich auch die Fernseh-Serien mit und brachten Lebens-Umstände von Lesben und Schwulen, bringen allmählich auch bisexuelle Fragestellungen, auch über die Stars hinaus, denen die Gerüchte den Fankreis erweitern.

Szenen der Peinlichkeit

Die CSU München ist mit einem Bürgermeister beim CSD dabei, stimmt aber dann im Bayrischen Landtag gegen die dort geforderten Lesben- und Schwulen-Rechte.

Vortrag bei stick&Stones am Sa 16.9.17

in der Mittagszeit im Muffatwerk werde ich eine Überarbeitung dieser Gedanken vorstellen, wird weiter ausgearbeitet, auch mit Bildern … auf www.fairmuenchen.de

heutige Entwicklungen

Die Begriffe Pansexualität und poly-amore Beziehungen sind in jungen Kreisen wichtiger geworden als die früheren Fetisch-Orientierungen, die eher den Austausch in festgelegten Identitäten und bestimmten sexuelle Orientierungen anstrebten.

Die Spiele wie „Game of Thrones“ haben ausgefeiltere Charakter, die eine Menge von Lebens-Erfahrungen transportieren, auch biografische Veränderungen als Normalität vermitteln.

Zu Bi, Jugendlichen, qties und gender-fluid, Trans-Mann und -Frau und inter* gibt es jeweils kleine eigene Szenen, wie die poly-amoren Kreise, Stammtische und Poly-Tanten …

forum homosexualität und geschichte

In den Ateliers von platform gibt es am 6.9. die Eröffnung einer Ausstellung mit aktuellen Postern auch zu historischen Kontexten: Mehr auf  www.forummuenchen.org

PLATFORM Kistlerhofstraße 70,  Haus 60,  3. Stock, 81379 München: Öffnungszeiten: Mo – Fr 10:00 – 17:00 Uhr> Mehr Infos