bi

so frech und leicht die zwei buchstaben daher kommen …

so deftig und ablehnend kann es werden, wenn die ganze Tragweite klar wird: Die Menschen mit Paare-Romantiken in der Partner-Suche auf Dating-Plattformen schließen sehr oft bi aus … denn sie erträumen ja eine meistens eine beständige, zumindest eine konkurrenzlose Zweier-Partnerschaft.


Bi-o-grafien

verlaufen selten so gradlinig, wie sie von unseren Eltern, Erziehenden und sonstigen Einflüsternden erhofft werden: Verliebt, verlobt, verheiratet …

… und wer vom rosaroten Weg der Norm abkommt, hat sich zu rechtfertigen?

Je leichter die Selbst-Verständlichkeit wächst, desto weniger wird eine geschlossene Bewegung daraus, doch muss erst einmal die Mauer des Schweigens aufbrechen.

25 Jahre Stammtisch & Gruppen in München

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In den Jahren 1991/92 starteten einige junge Leute das Münchner Geflecht der damaligen Gruppen, das von Selbsterfahrungs- bis Literaturgruppe, Massage und Tantra und dem monatlichen Stammtisch allerlei anzubieten hatte.

Mit den Jahren hat sich die Biografie der Einzelnen zur eigenen Selbst-Verständlichkeit in den Beziehungen verwandelt, und oft kommen Einzelne oder Paare zum Stammtisch, um die eigene Denkweise und die Eindrücke des Internets abzugleichen …

Bisexualität ist zwar wohl in jedem Menschen angelegt, wie schon Papa Freud vor 100 Jahren annahm, aber es ist wohl wie in der Angst vor der eigenen homosexuellen Seite: Angst hindert uns und die nächsten Generationen vor der Freiheit.

Ablehnungen: Stillschweigend wie Verdrängung in den LG(b)Ti-Kreisen

Die Identitätspolitik der Lesben und Schwulen hat in den Vereinen dazu geführt, dass gegen Diskriminierung und Verfolgung die eigene Rechtfertigung und ein biologisches oder medizinisches Selbst-Verständnis aufgebaut wurde, in dem der Bisexualität nur eine Übergangs-Rolle zugewiesen wird.

Vor 30 Jahren war das im deutschen Denkraum wie eine Selbstverständlichkeit: Die Gruppe der Schwulen Väter trifft sich seit dem halbjährlich im Waldschlösschen bei Göttingen.

Aidshilfen: Schon vor Jahren ein fachliches Heft

Die Fachleute in den Aidshilfen hatten bald die Gefahr erkannt, die vor allem durch verschwiegene unsichere Kontakte entstehen, erstelten eine Broschüre zum Thema und förderten auch den Aufbau des bisexuellen Netzwerkes.

bi – so viele Arten wie Personen

bine20logo20final20820schatten2090x138bine eV – das bundesweite Bisexuelle Netzwerk organisiert seit 1991 bundesweite Treffen, doch die Auswirkung im „katholischen Süden“ blieb gering: Weder waren die Tagungshäuser so erschwinglich, noch die interessierten Teilnehmenden-Zahlen hoch genug, dass eine dauerhafte Runde entstanden wäre.

ein bisserl bi schadet nie?

Kommt drauf an: Erst mal kann es bei bigotten Leuten deinen Ruf zerstören, und mit religiösen bis romantischen Eifersüchtigen ist das Land voll: Nachbarschaften, die „verstehen wollen“, wie „man dran ist“, …

Heteronorm als „sexy Markt“ & Marketing der Traditionen

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Auch wenn die naiv-romantischen Schlager nur noch auf einigen Kanälen laufen, die Neo-Romantik ist einschließlich allem Hochzeitskitsch ein riesiges Geschäft, und so wie Geschenke-Läden von billigen Wegwerf-Artikeln leben, sieht es etwas später aus.

Die Angst vor offenem Abenteuer

hat bei jeder Person ganz eigene(Ab-)Gründe: Die erlebten Modelle der Eltern und Großeltern, der Verwandtschaft und der berichtete Betrug und die Trennungen in Bekannten- wie Kollegen-Kreisen füllen Kriminalgeschichten, Romane und Polizeiberichte.

Was ein Fehltritt, ein falsches Versprechen, eine kleine falsche Verschwiegenheit bedeuten kann, wird in Erzählungen nur selten durch die glücklichen Momente und Stunden, Reisen und gemeinsame Zeiten gut gemacht.

Beziehungs-Lebensformen

Polyamory.svgLangfristig reicht bei den meisten die Phantasie nicht aus, sich ein Leben in der Bisexualität vorzustellen. Die Porno-Videos versprechen die Dreier-Beziehung, für die männliche Zielgruppe mit zwei Frauen gedreht, aber wie gar Polyamorie über längere Zeit gehen soll, überfordert alle, die mit einer Beziehung schon zu kauen haben.

Die alltägliche Praxis ist aber nur nicht im Sofortbild zu haben: Bei vielen kommt die neue Beziehung plötzlich erst mit 30 oder 40, nach möglicherweise mehreren Hetero-Beziehungen, als Überraschung und mit dem Erstaunen über die neue Anziehung.

Die Angst um Ehe und Familie lässt viele in die Heimlichkeit abtauchen, so dass ein wirklicher Betrug daraus wird, mit schlechtem Gewissen und doofer Stimmung danach.

Monogamie in der Ehe

Das Versprechen in jeder Hochzeit ist das Selbe: Treue verstehen wir in unserer Kultur seit einiger Zeit als (serielle) Monogamie, beginnend in jugendlichen Beziehungen und dend bei manchen in einer Reihe von Eheschließungen, wie es uns die Stars seit den 50er oder 60er Jahren vorleben.

Die Angst vor dem Gespräch über die Phantasien in den Beziehungen

Bei Nachfragen stellt sich oft heraus, dass die Paare noch nie über ihre Phantasien gesprochen haben, auch nicht andere Varianten von Beziehungsformen kennen.

Was zumindest in schwulen Beziehungen, wenn die Sexualität zu zweit nicht (mehr) klappt, als offene Beziehung üblicher geworden ist, war in den Hetero-Normen zwar in den 70er Jahren im Gespräch, aber nicht zur Gesellschaft-Reife gewachsen: Trotz Internet und angeblicher Aufgeklärtheit sind Swinger-Clubs in der Provinz im gleichen Ruch wie Bordelle, bleibt sexuelle Assistenz (bei Alter / Behinderung) „ein schmutziges Geschäft“.

Unsicherheit der Liebe in den Gewohnheiten?

Die eigene Faszination durch eine andere Person der eigenen Partnerin / dem Partner mitteilen zu können, sollte ethischer Standard „bei aller Liebe“ sein: Die Eifersucht als Besitzdenken oder Verlustangst wächst bei Nicht-Kommunikation, wie die Höhe der Wahrscheinlichkeit des Verlustes, also sollte die Kommunikation dazu geübt werden, statt sich auf Besitzverhältnisse und Gewohnheiten zu verlassen und muffelig zu werden.

Monosexualität als Zugeständnis an die lesbischen und schwulen Paare, um die Paarung heilig zu halten?

Es gibt eine seltsame Praxis in den Medien und lesbisch-schwulen Kreisen, die „andere Sexualität“ eines Stars, einer Diva in den Vordergrund zu stellen, obwohl er oder sie mit Familie lebt: „Er / sie gehört zu uns / ist anders“ wird die Botschaft, nicht die normale Möglichkeit, damit umzugehen.

Familie ist, wo Kinder heranwachsen können?

Und wenn sich ein Partner ändert? Natürlich kann es für die Betroffenen zu Katastrophe werden, muss aber nicht: Es gibt genügend Hilfen, es ist nur nötig, sie auch über den privaten Bereich hinaus in Anspruch zu nehmen:

Familienberatungen müssen lernen, über ihre (möglicherweise konfessionellen) und persönlichen Grenzen hinaus zu denken, Selbsthilfegruppen können ihre verschiedenen Stadien von Veränderungen gemeinsam reflektieren.

Patchwork und die Trennungsrituale

In den jungen aufgeschlossenen Kreisen der Szenen in der DDR erlebte ich eine andere Umgangsform mit Beziehungswechseln, als ich sie in unseren Breiten kannte:

Die typisch bayrische nachtragend-tragische „alleinerziehende Mutter“ wäre dort als Modell nicht denkbar gewesen, die jungen Väter fuhren mit den Kindern und den Müttern, auch deren neuen Partnern gemeinsam in Urlaube, dass ich nur staunte.

Kinderwohnungen mit Elternbesuch

Entsprechende neue Modelle fanden Paare, die ihre Trennung nicht in die Umkehr von Liebe verwandeln mussten: Die gemeinsame Wohnung wird von den Kindern bewohnt, die Partner wechseln sich mit dem Wohnen dort oder bei ihren anderen Partner ab.

bi in der Partnerschaft

Das erste Kunststück ist, die Liebe zu erhalten: Die Wertschätzung für gemeinsame weitere Möglichkeiten, vielleicht sogar Gäste oder Partner zu öffnen.

bi in gesellschaftlichen Kreisen

Das geht keinen was an? Kommt auf die Kreise an. Wenn andere ständig stolz von ihren Kindern und ihrer Partnerschaft reden, ist es schwer, sich angemessen anders zu äußern.

Anstellung und berufliche Situationen

Die manchmal ätzende Hetero-Norm kommt hauptsächlich bei patriarchalen Katastrophen rüber, aber auch Frauen haben ihre Muster von Anspielungen, Nachfragen und Phantasien.

Beamte in Bayern, Hochschule, Erziehung und Schule, SexualPädagogik?

Es gibt Bereiche in unserem Land, die noch wie zu königlichen Zeiten mit kirchlicher Schulaufsicht und entsprechenden Hierarchien funktionieren. Bildung und „Kultus“ gehören dazu.

In Behörden und Schulen in Bayern ist offen queeres Leben noch die ganz seltene Ausnahme,

in der Sexualpädagogik erlebe ich, wie wenig Bewusstsein und Sprache für andere Lebensformen entwickelt wurde, weil die Standards von Familienleben aus den Fernseh- und Nachbarschafts-Klischees im Vordergrund sind.

Freiberufler und Markt, Karriere und Politik

In den Unternehmen ist die Differenz sehr groß geworden: Konservative Modelle beharren, international ausgerichtete Konzerne sorgen für Diversity in ihren Teams, um Anerkennung der Lebensformen und Orientierungen.

Magnus Hirschfeld schrieb zu Zwischenstufen

Der Berliner war weltweit einer der Ersten, der die Zwischenstufen in den verschiedenen Kulturen beforschte, und international im Austausch war:

 

Alfred Kinsey befragte die 50er Jahre der amerikanischen Welt

Bisexualitäten

Erwin Haeberle zwischen San Francisco, München und Berlin

„Die Sexualität“ und zur Aids-Prävention im Institut für sexologische Fortbildung München (Friedrich Nolte)

Fritz Klein & die amerikanisch-britische Bewegung

Bi-CONgresse in den englisch-sprachigen Ländern

Robin Ochs

beim Bicon Amsterdam

Fachgespräche

München, Maximilianeum, Rathaus, Aidshilfen, Selbsthilfezentrum, Familien-Beratungsstellen

Begriffe, um zu begreifen

besorgniserregende Eltern und deren Frühsexualisierung beim Bildungsminister

Neue Worte für neue Lieben: Schreibspiele, gemeinsame Twitterei, eigene Netze?

Alle aus dem Unsagbaren holen

Behinderung, Besonderheit, Trans, Inter, Selbsthilfegruppen, Selbstorganisation, Grenzen zu Fetisch und Abenteuer-Lust, Identität und Sexualität der Selbstbestimmung, Menschenrechte, Inklusion, Tantra, Assistenz, Erfüllung …

Unsichtbar in Erzählung, Film, Theater?

Der Bi-visibility-Day machte wieder darauf aufmerksam, wie wenig die Themen rund um die Bisexualität

Andeutungen und Umschreibungen entschlüsseln

Es wird nicht „nicht-gesprochen“, es wird angedeutet und geschwiegen. Erlebte Situationen und vermutete nicht-erhaltene Aufträge, Gesellschafts-Gruppen

Workshop-Runden und Ausblicke

Alle Beteiligten in ihre eigenen Wünsche zum Themenbereich bringen, Schreibwerkstatt zu guten Berichten und gelungenen Veranstaltungen verschiedener Art

Anlaufstellen und Netzwerke

Nicht Neues fordern, sondern fachlich qualifiziert an viel mehr Stellen ansetzen: Jugend- Verbände und -Zentren, Beratungsstellen aller Art, Selbsthilfe und Selbstorganisation starten

schwule Väter, lesbische Mütter?

Orte der Selbst-Verständigung im Alltag: Situationen der Kinder und Jugendlichen, Eltern-Aufgaben und Austausch dazu

queeres Reden lernen und mit der Presse üben

Die Schreibwerkstatt zu Film-Berichten und Öffentlichkeitsarbeit weiter-treiben:

Beispiele: Chöre-Festival 2018, nächste CSD-Veranstaltungen im Umfeld,

Medizin und inter*

Medizin von der Bevormundung in die Begleitung holen: Die Berufs- und Selbstorganisationen der Heil- und Pflege-Berufe einbinden

Psychologie & Psychotherapie

Aufgeschlossenheit in Fortbildungen, Kongressen und Publikationen feiern

Regenbogen-Runden

Viele queere Orte des „Allerlei“ in den Regionen definieren: Gastgewerbe etc.

Trans und bi oder Orientierungswechsel?

Jede Version einer Person ist selbstbestimmt, keine unnötigen gesetzlichen Vorgaben: Geschlecht ist nicht notwendig ein staatliches Kriterium,

Verschwinden im Nebel: Sexuelle Assistenz, Zwangs-Asexualität?

Recht auf Privatheit

$175 & Rehabilitation

Aufklärung als Weg der wissenschaftlichen Geschichte deutlich machen und als internationale Menschenrechte feiern – so weit sie anerkannt sind

besorgniserregende Eltern und organisierte Kirchen-Rechte,Islam?

Geistig Asexuelle oder erzieherisch und religiös traumatisierte Personen und hysterisierte Gruppen in ihrer Problematik ernst nehmen: Angst vor menschlichen Gefühlen und vor religiös definierten Sünden in archaisch dominierten Kulturen als Schutz-Mechanismen begreifen und abgrenzen.

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