150 Jahre Kampf gegen §175 in München

Freitag, 25.08.2017 – Sonntag, 27.08.2017

Festakt zum 150. Jahrestag der Rede von Karl-Heinrich Ulrichs auf dem Deutschen Juristentag in München

 

und Jahrestagung des Fachverbands Homosexualität und Geschichte (FHG) www.invertito.de

Im Jahr 2017 kann ein besonderes Ereignis der gesellschaftlichen Formierung der bis dahin unterdrückten, ausgegrenzten und verfolgten Minderheitengruppe der Homosexuellen gefeiert werden:

Zum 150. Mal jährt sich der Auftritt von Karl Heinrich Ulrichs am 29. August 1867 vor mehr als 500 deutschen Rechtsgelehrten auf dem Münchner Juristentag im großen Saal des Odeon. fhm_200x200

Ulrichs’ Forderung war revolutionär, da er mit seinem öffentlichen Eintreten für die reichs-einheitliche Straffreiheit gleichgeschlechtlicher Beziehungen einen wesentlichen Beitrag zum Bewusstsein für eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Homosexuellen leistete.

Programm:
Samstag, 26. August Tagung des FHG

  • Vorträge von Maria Bühner (Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig): Im Aufbruch: Die Lesbenbewegung der DDR aus emotions- und körperhistorischer Perspektive,
  • Raimund Wolfert (Mitarbeiter der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft): Ernst Ludwig Driess. In der Tradition Magnus Hirschfelds,
  • Ariane Rüdiger (Freie Journalistin und Lektorin): Der Münchner Arbeitskreis Lesben und Arbeit – ein Einblick in lesbische Befindlichkeiten „on the job“ in den frühen 1990er Jahren, Kirsten Plötz (Freie Historikerin, Hannover): Zentrale
  • Ergebnisse des Forschungsprojekts über Verfolgung und Diskriminierung im jungen Bundesland Rheinland-Pfalz und Matthias Gemählich (Promovend im Fach Geschichte an der Universität Mainz): Die Verfolgung von Homosexuellen in der NS-Zeit in Nürnberg

Ort: Seminarräume des NS-Dokumentationszentrums, Brienner Str. 34, 80333 München Uhrzeit: 10:00–13:00 Eintritt: frei, bitte am Info-Desk des NS-Informationszentrums nach den Seminarräumen fragen

Stadtrundgang auf den Spuren von Karl Heinrich Ulrichs

Treffpunkt: Karl-Heinrich Ulrichs Platz 15:30–17:30 Eintritt: frei, begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung: veranstaltungen.nsdoku@muenchen.de; 089-233-67015

Festakt zu Ehren von Karl Heinrich Ulrichs

  • Re-Enactment des Auftritts von Karl-Heinrich Ulrichs vor 150 Jahren im Münchner Odeon durch Laienschauspieler, unterstützt durch eine Theatergruppe
  • Vortrag von Wolfram Setz zur Biografie Karl-Heinrich Ulrichs und zur aktuellen Ulrichs-Forschung
  • Grußwort von Anke Müller-Jacobsen, Vertreterin des Deutschen Juristentags
  • Vortrag von Andreas Pretzel zur Entwicklung des § 175
  • Moderiertes Schlusswort von Betroffenen des § 175

Ort: Vortragssaal des NS-Dokumentationszentrums, Brienner Str. 34, 80333 München
Uhrzeit: 19:00–21:00 Eintritt: frei, mehr Informationen und Programminfos demnächst auf www.forummuenchen.org

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Feinen Bi-visibility-Tag allerseits!

Falls es in deiner Umgebung jemand gibt, grüße doch freundlich, denn der 23. September ist, aus den angelsächsisch-großbritannischen Ländern stammend, der Tag der Bisexuellen, und derer, die es noch werden könnten.

bi-muc

Die Menge ist weit größer als die rechnerisch angenommenen 5% bei Lesben und Schwulen, die sich in den großen Städten und Betrieben allerdings auf 10% zusammen ballen können,

Die Unsichtbaren - BisexualitätLeute wie Kinsey kamen bei Befragungen auf 60% der Erfahrungen, was natürlich nicht zu einer dauerhaften Einstellung führen muss:

Manche Erfahrungen sind so einmalig, wie die geliebte Person, manche ab auch so enttäuschend wie der erlebte Verlauf: Ungeschick und Unsicherheit beenden so manches Abenteuer frühzeitig …

Polyamory.svgLandet heute mehr in www.bine.net ?

Wenn du an die Person denkst, die die bisexuelle Seite in dir weckte: Welches Gefühl taucht auf?

Und auch, wenn du dich heute polyamor denkst: Als monosexuell oder auch offen, queer?

Kommentare bleiben anonym, die Mail-Adresse bleibt verdeckt … Danke!


Und wie Bisexualität entsteht?

Tom of Finland – für die ganze Familie im Kino

Warum Heteros einen Film über einen schwulen Zeichner ansehen sollen?Weil sie dann, vor allem in netter Begleitung, mehr über die Geschichte der Ängste und Verfolgung, aber auch der Befreiung und Solidarität erfahren können.

Beginnend mit dem finnischen Krieg an der russischen Grenze in den 40er Jahren landen wir im Berlin der 50er Jahre und in Kalifornien in den 70ern,

gefolgt natürlich von den Katastrophen und den Abschieden, aber auch dem Bewältigen der AIDS-Krise, in der auch Tom of Finland seinen Platz fand.

Ein starker Film

und durchaus jugendfrei und ein Familien-Erlebnis – ab 5.10. in München im Kino
 Der Trailer kommt in deutsch in den nächsten Tagen auf youtube

Der Blick in die Suchmaschine:

Tom of Finland, eine Pop-Ikone genannt, prägte viele Denkmuster:

Tom of Finland – Official Site www.tof.fi

Osta liput: Finnkino Media / Press Content. FI SE EN UK/IE ES

Tom of Finland – Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/

Touko Valio Laaksonen (8 May 1920 – 7 November 1991), best known by his pseudonym Tom of Finland, was a Finnish artist known for his stylized highly …

Tom Of FinlandFilm 2017 – FILMSTARTS.de www.filmstarts.de/kritiken/252512.html

Tom Of Finland ein Film von Dome Karukoski mit Pekka Strang, Lauri Tilkanen. Inhaltsangabe: Dem Finnen Touko Laaksonen (Pekka Strang) bringt seine Heimkehr …

Videos
  • Tom of Finland Movie in the Works huffingtonpost.com
  • TOM the Movie teaser #2 YouTube
  • Tom of Finland – Officiell trailer – Biopremiär 3 mars YouTube
  • Tom of Finland – Bande-annonce Dailymotion

Mehr Ergebnisse in Videos

TOM the Movie teaser – YouTube www.youtube.com/watch?v=dK8rcXkQrFI

TOM the Movie is an unauthorized biographical film about Touko Laaksonen, known as the gay artist Tom of Finland. The movie will be released …

Tom of Finland | Film 2017 | moviepilot.de www.moviepilot.de/movies/tom-of-finland

Alle Infos zum Film Tom of Finland (2017): Das Drama Tom of Finland erzählt nach wahren Begebenheiten aus dem Leben des homoerotischen Zeichners Touko…

Reaktionäre „Lebensschützer“ unterwegs


Es gibt eine Menge Religioten: Verbohrte Rechte, die mit biblischen Formulierungen, kirchlichen Vorschriften und ihren rassistischen Ängsten (die aus altem schlechtem Gewissen des Kolonialismus kommen) und kirchlichem Mäntelchen den Anderen Vorschriften machen wollen:


06.09.2017, 15:00 Uhr
Max-Joseph-Platz, München, Bayern

Das Aktionsbündnis „Vielfalt statt Einfalt“ lädt zu einer Kundgebung ab 15 Uhr ein. Anlass ist die geplante Bustour durch Deutschland des homofeindlichen Bündnisses „Demo für alle“ (s. queer.de-Link), die mit einer Kundgebung zwischen 15 und 18 Uhr am Karlsplatz/Stachus beginnen soll.

Das Bündnis, das am Vorabend zu einer Info-Veranstaltung über „Demo für alle“ & Co. ins Sub lädt (ein lange vorab geplanter Termin), schreibt in der Einladung: „Aufstehen für Vielfalt statt Einfalt! – Aufstehen gegen Feindlichkeit gegenüber queerer Vielfalt und Antifeminismus! Ihr seid herzlich eingeladen, an der spontanen Kundgebung teilzunehmen. Setzt mit uns gemeinsam ein Zeichen für die Akzeptanz von Vielfalt in Bildung und Gesellschaft und gegen die LGBTIQ*-feindliche Hetze der sogenannten ‚Demo für Alle‘. Bringt Regenbogenfahnen und Schilder mit. Seid bunt, fröhlich und queer.“

Am Folgetag will der Bus in Stuttgart Halt machen, wo ebenfalls eine Gegenkundgebung geplant ist. Am Freitag soll es dann in Karlsruhe weiter gehen.

opernpalmen

Münchner Szenen entwickeln sich …

Kurzer Überblick über die Münchner Szenen seit 150 Jahren (K.H.Ulrichs) und ihre aktuelle Entwicklung und Diversifizierung, bis zu Bi, Jugendlichen, qties, trans und inter, und die Frage, in Bayern offen damit um zu gehen: Städtisch, ländlich, beruflich, in Hierarchien …

Zur Wies’n herrscht das Hetero-Klischee

Buch "Es gibt noch viel zu tun"
http://querverlag.de/books/Es_gibt_noch_viel_zu_tun.html

Dirndl und Lederhosen hatten wir immer für seniorig und kitschig gehalten, und die „kultige“ Wiedergabe bis in die geschmacklosesten AfD-Plakate in Sachsen-Anhalt konkurriert mit den Schatzi- und Aldi-Dirndln und Lederhosen um die schrägsten Kombinationen.

Es ist ein Integrationsfaktor für die jungen Münchner mit anderen Eltern- und Länderwurzeln, und ganz Gruppen schnell-verkleideter Geschäftsleute glauben den Verkäufer-Zauber, „man“ brauche das zum Vergnügen: Szenen mit Wegwerf-Ware.

Dabei sind die wildesten Verehrer der Aufzüge eine wilde Mischung:

Vom schwulen Leder-Club bis zum Trachten-fördernden Ministerpräsidenten über all die Wies’n-Bedienungen, die zum Teil sogar ganzjährig davon leben, von den ländlich-bayrischen Säufer-Gruppen bis zu den norddeutschen Krawall-Burschen, und alle lassen eine Menge Geld auf der Strecke … für oft eher peinliche Szenen.

Nun schließt sich auch noch eine les-bi-schwul-queere Karriere-Messe an, die schon vor Jahren zu ruhigeren Zeiten in München startete, aber die letzten Jahre mehr in Berlin und zukünftig im Internet zu Hause ist: Neue Business- Szenen.

Von Harvey Milk zu Sticks&Stones

9783924163358-de-300„Milk“nannte sie sich früher: Der erste offen schwule Bürgerrechtler in San Francisco, war Stadtrat und zusammen mit dem Bürgermeister am 27.11.1978 von einem Rechten erschossen worden. Die Karriere-Messe, die sich seit vielen Jahren auch öffentlich für die gleichen Rechte aller Mitarbeitenden einsetzt, wird von allen größeren und internationalen Firmen gefördert und hat sich weiter entwickelt:

Bewerbungs-Betreuungen und Firmen-Vorstellungen, Vorträge von Coaches, Hochschul-Mitarbeitenden und Führungskräften, aber auch szenen-gemäßes Feiern: Die jungen Initiatoren stehen dafür.

München: Offen schwul?

Der CSD, als Christopher Street Day in Erinnerung an die Aufstände der militanten Tunten gegen die Polizei-Übergriffe in der New Yorker Christopher Street inzwischen in ganz vielen Städten und seit ca1980 auch in München gefeiert, ist dieses Jahr wieder etwas übersichtlicher geworden, die Angst, auch vor schwulen-feindlichen Übergriffen nimmt wieder zu. Die Szenen werden intern aber bunter.

In manchen Bereichen hatte die Angst kaum abgenommen:

In der katholischen Kirche und in den bayrischen Behörden, in Schulen, in konservativen Familien, Kreisen und reaktionären Burschenschaften, es ist immer eine mutige Herausforderung, die nicht leicht alleine zu schaffen ist.

Heimliche Szenen gab es dafür immer: Stadtpfarrer im Schwulen-Verein, Auftritte bei Kirchentagen …

Vor 150 Jahren Karl Heinrich Ulrichs

beim Juristentag in München, das damals grade keine rechtliche Schwulen-Verfolgung kannte, bis dann preußisches Recht durch die Reichs-Einigung aufgedrückt wurde …

vor 110 Jahren das Wissenschaftlich-Humanitäre Commitee

mit Magnus Hirschfeld in Berlin, hatte auch eine Münchner Gruppe von Abonnenten  und Diskutierende der Fachzeitschrift „Jahrbücher für sexuelle Zwischenstufen“, doch wurde  Magnus Hirschfeld schon 1920 in München durch „völkische Rowdys“ schwer verletzt; Zeitungen meldeten sogar schon seinen Tod, und er konnte seine eigenen Nachrufe lesen.

Karl heinrich Ulrichs OdeonErnst Röhm konnte bis 30. Juni 1934 mit seinen schwulen schlägernden SA-Freunden am Tegernsee feiern, doch mit der „Nacht der langen Messer“ ließ ihn Hitler mit etwa 100 anderen früheren „Freunden“ umbringen. Im Herbst begann dann die systematische Verfolgung durch die Polizei, die bis in die späten 1960er Jahre weiter ging:

Konzentrationslager, Rosa Winkel, Rosa Listen und Erpressungen sind bekannt.

Der Postfaschismus diskriminierte weiter

In der BRD und in der DDR ging das Unrecht in der seltsamen Verwirklichung der Nazi-Träume in spießiger Form weiter, wurde unter „Sittlichkeit“ schwammig begründet, wie früher unter „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, und die Nazi-Theorien der Ansteckung und Verführung wurden auch in den Kirchen weiter erzählt.

Heimliche Szenen konnte es nur in Nachbarschaften, Sportvereinen etc. geben.

Anfang 1970 studentische Gruppen und Rosa von Praunheim

forum homosexualität und geschichte „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Verhältnisse, in denen er lebt.“ Ein unmöglicher Filmtitel mit enormer Wirkung, andere Filme waren meist noch zensiert, wie „Die Konsequenz“, und in Garagen als Teestuben, in einem Haidhauser Schuh-Keller trafen sich die verschüchterten bürgerlichen Fummel-Trinen, erste Lederkerle, studentische Beratende und Freizeit-Gruppen, party-feiernd und wild diskutierend, ob man sich selbst „schwul“ nennen oder lieber homophil, ob man so provozierende Blättchen drucken soll und Infostände macht.

Feminismus und lesbische Frauenrechte?

Auf der weiblichen Seite entwickelte sich gleichzeitig die Emanzipation von ehelicher Bevormundung bis zum Kampf gegen die Abtreibungs-Bestrafung, und ein paar lesbische und schwule Lokale entstanden in den leeren Kneipen der Müllerstraße, die vor der Olympiade noch der historische Strich gewesen war, jetzt galt der Sperrbezirk bis zum Mittleren Ring.

„Mord im Homo-Milieu“

war die erste abgedruckte Form dieses Wortes als Schlagzeile, ein Stricher hatte den von Hausfrauen geliebten Radio-Macher und Volksschauspieler Sedlmayer erschlagen, Jahre später einer den Mosi erdrosselt, ansonsten war es das HOMO-Milieu bis zu HOMO-Ehe, aber das Wort „schwul“ kam erst nach den Aids-Nachrichten öffentlich vor.

Da hatte Bayerns CSU auch sofort neue Schlagzeilen zu liefern: Gauweiler wollte alle Saunen schließen, alle Beamten testen und alle Betroffenen tätowieren … und auf eine Insel?

Das große Sterben – durch Antibiotika?

Der solidarische Umgang mit Aids forderte die schwulen Gruppen und qualifizierte die Beratung, nicht so sehr die les-bi-schwule Zusammenarbeit, die politische Durchsetzung zuerst bei den Grünen, dann als Rosa Liste.

Die Medien ziehen allmählich mit

Durch die wissenschaftliche Unterstützung der gesundheitlichen Aufklärung zogen allmählich auch die Fernseh-Serien mit und brachten Lebens-Umstände von Lesben und Schwulen, bringen allmählich auch bisexuelle Fragestellungen, auch über die Stars hinaus, denen die Gerüchte den Fankreis erweitern.

Szenen der Peinlichkeit

Die CSU München ist mit einem Bürgermeister beim CSD dabei, stimmt aber dann im Bayrischen Landtag gegen die dort geforderten Lesben- und Schwulen-Rechte.

Vortrag bei stick&Stones am Sa 16.9.17

in der Mittagszeit im Muffatwerk werde ich eine Überarbeitung dieser Gedanken vorstellen, wird weiter ausgearbeitet, auch mit Bildern … auf www.fairmuenchen.de

heutige Entwicklungen

Die Begriffe Pansexualität und poly-amore Beziehungen sind in jungen Kreisen wichtiger geworden als die früheren Fetisch-Orientierungen, die eher den Austausch in festgelegten Identitäten und bestimmten sexuelle Orientierungen anstrebten.

Die Spiele wie „Game of Thrones“ haben ausgefeiltere Charakter, die eine Menge von Lebens-Erfahrungen transportieren, auch biografische Veränderungen als Normalität vermitteln.

Zu Bi, Jugendlichen, qties und gender-fluid, Trans-Mann und -Frau und inter* gibt es jeweils kleine eigene Szenen, wie die poly-amoren Kreise, Stammtische und Poly-Tanten …

forum homosexualität und geschichte

In den Ateliers von platform gibt es am 6.9. die Eröffnung einer Ausstellung mit aktuellen Postern auch zu historischen Kontexten: Mehr auf  www.forummuenchen.org

PLATFORM Kistlerhofstraße 70,  Haus 60,  3. Stock, 81379 München: Öffnungszeiten: Mo – Fr 10:00 – 17:00 Uhr> Mehr Infos

Liebe Urano-Dioninge, hätte Karl Heinrich Ulrichs begonnen,

euch zu grüßen, liebe Bisexuelle,

denn vor 150 Jahren hatte er am 26.8.1867 in München vor dem Deutschen Juristentag die Straf-Freiheit für unsere Sexualitäten gefordert, und eine klare Abgrenzung der „Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Er war als junger Gerichts-Assessor im Königreich Hannover aus dem Dienst entfernt worden, weil er offen seine Veranlagung aussprach, von der er annahm, dass sie ihm von der Schöpferkraft gegeben war, (nicht, wie andere später noch annahmen, durch „Ansteckung“).

Er hatte, auf Platons Reden bezogen, eine Geschlechtstheorie entwickelt, die auch lange Zeit später noch Grundlage für die Forschungen zum „3. Geschlecht“ bei Magnus Hirschfeld in Berlin war, bevor ihm die Nazis das international renommierte Forschungsinstitut ruinierten.

Dioninge sind die aus zwei Geschlechtern entstandenen Menschen mit eben solcher Orientierung, Urninge, nach dem Gott Uranus, aus einem Geschlecht zusammengestellt und auf jenes auch bezogen.Ulrichs_Karl.jpg

Er machte noch keinen Unterschied zwischen Lesben und Schwulen, die es als Begriffe ja noch lange nicht gab: Wohl aber sah er Beziehungen zwischen Urningen (Homo) und Dioningen (hetero) und hielt sie für bedenklich.

Wir wissen heute, dass es durchaus schwierig sein kann, mit wenig differenzierenden Menschen zusammen zu leben, doch finden sich ja auch oft wieder passende „Deckelchen auf die Töpfchen“, wie man gelegentlich sagte,

und seine Wahrnehmung und umfangreiche Korrespondenz in jener Zeit machte ihn auch zum Experten für Fragen der Hermaphroditen, Zwitter, und heute würden wir sagen, Intersexuelle und Trans-Personen.

Dieser frühe Sexualforscher erlebte nun in den Zeiten der Reichs-Einigung, dass die preußische Rechtssprechung sich überall durchzusetzen begann: In seinem Königreich Hannover gab es zuerst so wenig Strafbarkeit für Mann-männliche Liebe wie damals in Bayern, wo sich vermehrt junger preußischer Adel und Kinder reicher Leute aus Berlin herum trieben, sich auf dem Würmsee von den Fischerjungen hinaus rudern ließen …

München_Ulrichs_FGH …der heute Starnberger See heißt. Die Eulenburg-Affaire erschütterte damals das preußische Kaiserhaus, denn es waren ein paar direkte Freunde beteiligt, und alle Zeitungen berichteten über die Enthüllungen.

Im NS-Doku-Zentrum München:

wird es am Samstag, 26.8. von 19-21h einen Festakt geben, zu dem ihr alle eingeladen seid, bei dem dann auch ein paar dankbare Reden geschwungen werden und abschließend sollen ein paar vom §175 Betroffene ihre Erfahrungen berichten.

zzza1Falls ihr in der Gegend von l’Aquila in Italien seid, im süßen Arkadien, wohin Ulrichs seinem verehrten Dichter August von Platen folgte, wie auch später Oscar Wilde noch schrieb, dort wird auch am 28.8. noch sein Geburtstag gefeiert, von einer internationalen Community, wie ihr hier findet:

www.angelfire.com/fl3/celebration2000/#sub1

das Programm der Fachtagung findest du hier, der Festakt ist öffentlich!

www.invertito.de/dat/fhg_jt2017_programm.pdf

und mehr Ausführungen und Links auf www.fairmuenchen.de und www.einweltnetz.org sowie im Blog Befreiungsbewegung

akzept bi

Gedanken für eine bayrische Kampagne der Selbstorganisation aus der Selbsthilfe

Selbsthilfe wird von den Gemeinden, Städten und Krankenkassen gefördert, weil sie nicht nur für Begleitung, Information und Prävention von Krankheiten, sondern auch für soziale Anliegen, Bewegungen und Selbstorganisationen da sind. Im Prinzip müsste jede soziale Beratungsstelle die nächste Selbsthilfe-Koordination kennen. Teste bitte mal …

Selbsthilfegruppen sind das Gegenteil von Jammerkreisen und Problem-Austausch: Sie entwickeln gemeinsam die öffentliche Darstellung, die je nach Lebens-Situation der Einzelnen aus den verschiedensten Beiträgen, anonym, offen oder im Hintergrund bestehen kann.

bi zeitschrift bijou

bijou über http://www.bine.net
2017 wird der Bi-Stammtisch in Muenchen 25 Jahre alt, zu Anfang waren da auch noch eine Lyrik-, eine Massage-& Tantra- und eine Gesprächs-Selbsterfahrungsgruppe …

& ein paar Mal gab es die Bisco, unsere spezielle Disco in einer Location am Maximiliansplatz, das stand sogar in der SZ damals … zwischen den Ufern …

Spannend ist an den Stammtischen immer noch, dass es im Nu die besten intensiven Gespräche gibt: Wie lebst du, wie liebst du derzeit …

denn das einzige, was wir alle gemeinsam haben, ist die gewünschte Veränderung:

Ob wir lange hetero oder in einer Form von Homo gelebt hatten, irgendwann haben wir entdeckt, dass wir nicht mehr nur Mono sind:

Monosexuell, wer ist das schon gerne?

Klar, junge Leute sind wieder bieder und gehen in Tanzkurse, aber auch die gibt es längst gemischt sexuell!

  1. Kinsey (ohne Mc, Alfred, Sexual-Forscher im biederen Amerika der 50er Jahre, hatte seine Studierenden befragt, zu ihren sexuellen Erfahrungen und Träumen:
  2. Neben den hetero-Erfahrungen berichteten in den anonymen Fragebogen mehr als die Hälfte von bisexuellen Träumen.
  3. Befragungen der Studierenden mit Außenstehenden brachten mehr als 60% an einzelnen oder gelegentlichen homosexuellen Erfahrungen

Bayern braucht einen Vorstoß

Die reaktionären „Eltern“, die rechtslastige Mischung aus alten verkorksten Katholiken und AfD mit Storch und Bischöfen gegen Abtreibung und „Frühsexualisierung“ verbreitet Lügen über die SexualPädagogik an unseren Schulen, die seit vielen Jahren verantwortungsvoll zwischen Lehrkräften, oft Religionslehrern, Schulsozialarbeit und Schulleitungen besprochen und organisiert ist.

Nun haben die rechtslastigen „Eltern“ ins Kultusministerium gespuckt und den Minister verzaudert:

Er will die längst ausgehandelten neuen Richtlinien nicht freigegeben, soll sogar die Lehrkräfte als anwesende Kontrollettis verdonnern?

Lehrkräfte sind besonders dankbar, dass sie diese Themen, ständig im Fokus der Pubertierenden stehend, nicht selbst besprechen müssen, und die Schüler sind von den Gesprächen in kleinen Gruppen auch mehr ermutigt, ihre persönlichen Fragen einzubringen.

Abseits der Fachleute wird in Ober-Gremien jetzt gefachsimpelt, denn natürlich gibt es Berichte … aber die sind entweder zusammen gelogen oder übertrieben, denn Kinder sind längst weiter als die Alten: Sie lernen, wie ihre Geschwister zur Welt kommen und reden untereinander über die Details – so weit sie sie verstehen.

Und wir besprechen die Lebens-Situationen so, wie sie von den Kindern (ab 6.Klasse) & den Jugendlichen (bis Berufsschule & mit Geflüchteten) nachgefragt werden.

Der Rahmen muss so offen sein wie das Leben:

Eines von 1000 Kindern wird mit un-eindeutigen Geschlechts-Merkmalen geboren: Was früher als Hermaphrodit oder als Zwitter bezeichnet wurde, nennt man heute inter-sexuell, und da sind die Merkmale fließend, wie sich manche heute auch ihre Geschlechts-Bezeichnung und Rolle wünschen, fluid.

Die Medizin lernt dazu, macht langsamer, denn immer mehr Menschen fühlen sich auch im falschen Körper … was ist dagegen schon sexuelle Orientierung, die sich grade mit 30 auch öfter ändern kann, wie jener oben erwähnte Alfred Kinsey feststellen konnte.

Einige Menschen aus Beziehungen und Ehen sehen bei sich selbst auch mögliche Erweiterungen:In der Beziehung oder außerhalb, je nach Interessen der Partner, eine Art, offen mit weiteren sexuellen Interessen u

Das wollen jene reaktionären „Eltern“ wie Storch & Bischöfe aber nicht wahr haben, nein, nicht gleich vergasen, aber verbieten, darüber zu reden, akzept•bi•eren!

Am 3. Dienstag im Monat im Cafe Glück in der Palmstr. in München,

& dann hoffentlich in ganz vielen Orten in Bayern am Ende der Kampagne:

  • wo es schon les-bi-schwule Treffen gibt
  • wo Beratungsstellen und Selbsthilfe-Anlaufstellen sind oder entstehen
  • wo Gruppen vor Ort wachsen können
  • wo sich poly-amor orientierte Menschen treffen

es kommt auch gern jemand vorbei, les-bi-schwul oder trans, auch inter* und Poly amor, wenn der Wunsch besteht … zu inter* gibt es jetzt auch eine Beratungsstelle, bei der Aidshilfe angesiedelt.

Einige bei uns sind Mitglied des bundesweiten BiNe eV, www.bine.net,  wo es auch Bundesweite Treffen und Mailinglisten gibt, Unterstützung mit Materialien und das schöne Logo im Titel oben.

inter* schreibt sich meist mit Sternchen, um offen zu halten, was und wie die die Person am Ende ihrer Transition sein will …

Mehr zum Thema der Sexualitäten in www.Sexualpaedagogik.wordpress.com

Verwandtes aus der

Filmportrait Rainbow-Refugee München Premiere So 23.07.2017

Am Sonntag abend findet im sub Kulturzentrum Müllerstraße 14 in München eine neuartige Filmpremiere zu einem der Rainbow-Refugees statt:
Asyl für Menschen aus Ländern, in denen queeres Leben verfolgt wird, ist ein für die Beteiligten nicht leicht auszusprechendes Thema,
und die deutschen Behörden zeigen noch immer problematisches Verhalten im Umgang damit.17-06-0720moses20aus20uganda20sj2011-ba8fa8fd

Moses Beyond the Rainbow – LGBT-Refugees in Munich

Willkommen zur Welturaufführung einer zweisprachigen 23-Minuten-Doku über Moses Makumbi aus Uganda.

Die Interviews mit ihm als Geflüchteten, Stephan Pflaum als ehrenamtlichem Helfer bei den Rainbow-Refugees-Munich und Christopher Knoll als Psychologen bei der Beratungsstelle im Sub, machen deutlich, wie wichtig Asyl und entsprechende Unterstützung für geflüchtete Queers ist.

Beteiligte und Interessierte kommen am Sonntag 23.07. ab 19:00 Uhr ins Sub, Müllerstr. 14 in München.

Der Film wird aber auch auf www.queerelations.net in der gleichen Nacht veröffentlicht.

Programm:
19:00 Einlass und Trailer-Präsentation
19:30 Begrüßung durch Kai Kundrat (Geschäftsführer Sub)
19:35 Vorfilm „Asylgrund Homosexualität“ (6′)
Kurzdoku des Journalistik Studiengang der Uni Eichstädt 2015
19:45 Inhaltlicher Einstieg zu Geflüchteten LSBT in München
Grußworte Marina Lessig (Vorstand Münchner Freiwillige – Wir helfen)
19:50 Welturaufführung von „Moses Beyond the Rainbow /
Moses jenseits des Regenbogens“ (25′)
20:15 Moderierte Diskussion mit Protagonisten, Filmemachern
und Vertretern von Rainbow-Refugees und Münchner Regenbogen-Stiftung
21:00 Dankeschön an alle Beteiligten


Beratung für schwule Männer mit Migrationshintergrund

Das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum will verstärkt schwule Männer mit Migrationshintergrund ansprechen und überprüft vor diesem Hintergrund seit einiger Zeit seine Kultur- und Beratungsangebote. So bietet das Zentrum Deutschkurse an, für Fortgeschrittene in Zusammenarbeit mit LeTRa sogar Konversationskurse, um Migranten und Flüchtlinge besser in die Szene zu integrieren.

Die Beratungsstelle berät in Deutsch und Englisch und kann in der Regel für jede andere Sprache Dolmetscher besorgen. Sie steht bei Intervisions- und Fortbildungsanfragen speziell von Migrationseinrichtungen zur Verfügung. Ein achtsprachiger Infoflyer informiert über die Arbeit der psychosozialen Beratung in der Müllerstraße 14b.

sub Kulturzentrum Müllerstraße 14 in München Jeden ersten Samstag im Monat ab 16h offenes Treffen auch für neue interessierte Begleitende

Beratung für Frauen, Jugendliche, Trans* und Intersexuelle Personen finden sich auf https://www.rainbowrefugeesmunich.net

A site of USA for UNHCR: http://www.rainbowrefugees.com


Mediennetzwerk queerelations und Dokumentarproduzent Bilderfängerfilm

haben zusammen mit der Fotografin Sabine Jakobs die Geschichte dokumentiert und zweisprachig aufbereitet.

Zuvor wurden von Fotograf Matthias Keitel Bilder von Refugees in einer Ausstellung im Sub veröffentlicht (Heimatsuche – 1000 Kilometer ist nicht genug), aus der wir im Trailer, in der Doku und auf dieser Seite Ausschnitte zeigen.

Ganz besonderer Dank gilt den Protagonisten vor der Kamera, den Filmemachenden hinter der Kamera, aber auch den finanziellen Förderern des Filmprojekts (Sub, Münchner Regenbogen-Stiftung, Münchner Freiwillige – wir helfen) die spontan unterstützt haben.

Weitere Infos zum Film und zur Entstehungsgeschichte auf unserer Webseite:
www.queerelations.net/index.php/jenseits-des-regenbogens.html

Ein Teaser von 2:15 auf YouTube: https://youtu.be/Lsxiarnq1oc

English:

The Teaser is leading to the documentation (23 minutes) with premiere at 23rd July 2017, 19:00 in Sub, Müllerstr. 14 in Munich (free admission).
The film describes the story of Moses Makumbi from Uganda. Being mentor for refugees, he became refugee himself, now in danger of being sent back to his homophobic homecountry.
A queerelations- and Bilderfänger-Film (2017) financially supported by Sub, Münchner Regenbogen-Stiftung, Sub und Münchner Freiwillige – Wir helfen.

Sonntag, 23.7. ab 19 Uhr im Sub, Müllerstr. 14, Eintritt: frei, Veranstalter: Queerelations Mediennetzwerk